Olympia und Doping

09.Juli 2008

Die ersten Olympischen Spiele wie wir sie kennen fanden im Jahr 1896 in Athen statt. Die teilnehmenden Athleten waren allesamt Amateure, die für ihre sportlichen Leistungen nicht finanziell entlohnt wurden. Auch ein Sieg bei den Spielen brachte keinen materiellen Gewinn für die Sportler mit sich, jedoch war ihnen ein wachsender Bekanntheitsgrad und hohes gesellschaftliches Ansehen gewiss.Um sich beides zu sichern, putschten die Teilnehmer sich mit den unterschied-lichsten Mitteln auf. Belegt sind die Einnahme von Kokain und Strychnin, in der jüngeren Geschichte der Spiele dann abgelöst von Amphetaminen und Anabolika.

Die daraus resultierenden, teils deutlich besseren Ergebnisse wurden zum einen nicht hinterfragt, zum anderen war diese ursprüngliche Form des Dopings auch keineswegs anrüchig sondern vielmehr eine zulässige Art, einen Vorsprung zu gewinnen.

Im Jahr 1999 wurde die WADA, die World Anti Doping Agency, gegründet. Diese internationale Einrichtung ist zuständig für die Überwachung der Sportler vor und während Wettkämpfen hinsichtlich der Einnahme aufputschender Substanzen. Dabei werden verbotene Stoffe durch Urin- oder Bluttests nachgewiesen. Wann diese Stichproben durchgeführt und welche Sportler überprüft werden, wird im Vorfeld nicht bekannt gegeben. Die Proben selbst werden nach der Kontrolle für mehrere Jahre eingefroren. So kann Verdachtsfällen auch im Nachhinein noch nachgegangen werden.

Die Arbeit des WADA versteht sich als ein Schutz der anderen Sportler und der Wahrung von Chancengleichheit. Weiter soll über die Schädlichkeit der zum Doping verwendeten Substanzen aufgeklärt werden. Nicht alle Mittel sind völlig unbedenklich, nach der Einnahme kann es zu Kreislaufversagen oder Herzstillstand kommen, die letztlich auch zum Tod führen können. So starb bereits im Jahr 1967 der Radrennprofi Tony Simpson an den Nebenwirkungen des von ihm eingenommenen Präparats.

Während bei einem Nachweis von Aufputschmitteln zwar der Ausschluss von sportlichen Veranstaltungen und der Verlust des Rufes die Folge sind, ist Doping selbst nicht strafbar. Nur der Besitz entsprechender Substanzen und die Verabreichung der Mittel ohne das Wissen und die Einwilligung des Sportlers können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Um Doping bereits im Vorfeld der Olympiade einzuschränken, sind bereits jetzt Kontrolleure dabei, die Sportler im Training aufzusuchen und Proben zu nehmen. Angestrebt sind weit über 4000 Dopingtests vor und während der Spiele. Jede auffällige Leistung wird direkt im Anschluss überprüft. Es besteht die Hoffnung, dass die breit angelegten Tests die Sportler vom Doping abschrecken und die diesjährigen Spiele frei von diesbezüglichen Skandalen ablaufen.

Ein Sieg bei der Olympiade bedeutet heute jedoch in erster Linie einen Gewinn an Geld, so wird der erfolgreiche Sportler beispielsweise interessant für Firmen, die ihre Produkte mit dem bekannten Gesicht vermarkten wollen. Damit einher geht jedoch auch ein wachsender Leistungsdruck, dem standzuhalten sehr schwierig ist. Der Forderung nach immer besseren Leistungen sind die natürlichen Grenzen des menschlichen Körpers entgegengesetzt. Oftmals ist eine Steigerung der eigenen Möglichkeiten durch Aufputschmittel die einzige Möglichkeit der Sportler, der Konkurrenz gewachsen zu bleiben.

Möglicherweise kann die vermehrte Aufmerksamkeit, die dem Problem Doping entgegengebracht wird, zusammen mit den verschärften Kontrollen die Olympischen Spiele wieder zu ihren Ursprüngen zurück geleiten und schafft damit die Chance des rein sportlichen Vergleiches der Athleten.

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