Tagesarchiv für den 17. Juli 2008
Die Olympischen Spiele in ihrer heutigen Form beruhen auf einer langen Tradition. Bereits etwa 770 v. Chr. fanden auf der griechischen Halbinsel Peloponnes Wettkämpfe statt, auf welche die Olympiade zurückzuführen ist. Auch der Name „Olympiade” leitet sich daher ab, denn sowohl der Ort, an welchem das Turnier ausgetragen wurde, als auch die Zeit, die zwischen den Spielen verging, wurde damit benannt. Die Stätte „Olympia” war heilig und Zeus geweiht. Die Veranstaltung wurde zu Ehren der Götter, insbesondere zur Huldigung Zeus’ Mutter Rhea gehalten. Ganz ähnliche Wettkämpfe fanden auch in anderen Provinzen Griechenlands statt, unter anderem in Delphi, wo Apoll, der Gott der Künste und des Maßes geehrt wurde.Entgegen unserer Spiele bestand die Olympiade in der Antike ursprünglich lediglich aus einem Wettkampf: dem Wettlauf über rund 200 Meter. Der Sieger erhielt einen Kranz aus Olivenzweigen und durfte die heilige Flamme vor dem Zeusaltar entzünden. Den Platzierten wurde keinerlei Anerkennung zuteil. Zugelassen für den Wettkampf waren nur freie griechische Männer von guter Abstammung. Da diese sich ihrer Konkurrenz gänzlich unbekleidet stellten, durften verheiratete Frauen nicht zusehen.
Die Spiele wurden nach und nach durch weitere Wettkämpfe erweitert, so dass die ursprünglich nur einen Tag dauernde Veranstaltung schließlich auf fünf Tage erweitert wurde. Die Sportler konnten nunmehr im Ringen, Laufen, Boxen und im Fünfkampf ihre Überlegenheit demonstrieren. Der antike Fünfkampf (auch: Pentathlon) bestand aus den fünf Disziplinen Speer- und Diskuswurf, Sprung, Lauf und Ringen. Weiter fanden auch Wettbewerbe in der Disziplin „Pankration” statt, einer Mischung aus Boxen und Ringen, deren einzige Regeln die Verbote von Beißen und Augeneindrücken waren. Treten, schlagen, kratzen und würgen dagegen waren erlaubt. Ein Sieg war nur durch Aufgabe des Gegners zu erreichen; nicht selten starb einer der Athleten während des Wettkampfes.
Ebenfalls alle vier Jahre, jedoch zeitlich zwei Jahre zu den Olympischen Spielen versetzt, fanden Wettkämpfe ausschließlich für Frauen statt. Diese waren der Göttin Hera geweiht, der Schwester Zeus, die zur Wahrung des ehelichen Glücks und für eine leichte Niederkunft angerufen wurde.
Doch neben all den Unterschieden finden sich auch Gemeinsamkeiten zwischen den Spielen der Antike und unseren Olympischen Spielen. So wie die heutige Olympiade fanden auch die damaligen Wettkämpfe im Hochsommer statt und begannen mit einer Zeremonie, in welcher alle Athleten den Eid ablegen mussten, den Frieden der Spiele zu wahren.
Ein Ende fanden die Spiele der Antike vermutlich unter dem römischen Kaiser Theodosius I., der diesen heidnischen Brauch etwa 400 n. Chr. abschaffte.
Im Jahr 1894 wurden die Wettkämpfe durch Pierre de Coubertin wieder belebt, jedoch mit wechselnden Austragungsorten.
17. Juli 2008
Rund um die Olympiaden werden die unterschiedlichsten Produkte angeboten, die für Sammler interessant sind: Briefmarken, Autogrammkarten, offizielle Souvenirartikel, Aufkleber und vieles, vieles mehr. Der Preis richtet sich nach der Größe und vor allem der Häufigkeit der begehrten Sammlerstücke.Besonders begehrt sind die offiziellen Olympiabücher, die nach den Spielen in Druck gehen und den Verlauf, die Ergebnisse und besondere Ereignisse bebildert wiedergeben. Die Bücher der neueren Spiele wurden in einer ausreichend großen Auflage gedruckt und sind noch immer neu verfügbar, die meisten älteren sind gebraucht für einen geringen Betrag zu kaufen. Es gibt jedoch eine Olympiade, deren offizielles Kompendium in deutscher Sprache in kaum einer privaten Sammlung vorhanden ist: das der Olympischen Sommerspiele 1948 in London.
Während des zweiten Weltkrieges wurden die Olympischen Spiele für 12 Jahre ausgesetzt. Als sie nach Ende des Krieges wieder stattfanden, wurden die Spiele London zugesagt, da die hiesigen Sportanlagen durch den Krieg nicht zerstört wurden und somit keine Kosten für eine Bereitstellung der entsprechenden Gegebenheiten anfielen. In jenem Jahr durften Deutschland und Japan keine Athleten zu den Wettkämpfen schicken, da diesen beiden Ländern als Initiatoren des Krieges angesehen wurden. Die Olympischen Spiele waren also bereits damals auch eine politisch geprägte Veranstaltung.
Entsprechend der Nichtteilnahme wurde in Deutschland sehr wenig über die Spiele publiziert. Zwar erschien im Schweizer Verlag Heinzmann, Zürich, ein entsprechendes deutschsprachiges Nachschlagewerk, doch sogar dieses ist inzwischen vergriffen oder, wenn es gebraucht angeboten wird, vergleichsweise teuer. In den diversen Chroniken, die alle Olympiaden von 1896 bis zu den aktuellen Spielen umfassen, sind jedoch die wichtigsten Ergebnisse der Wettbewerbe von 1948 zu finden.
Im Jahr 2012 wird London erneut Austragungsort der Olympischen Spiele sein. Aller Voraussicht nach, werden sich Sammler von diesem Ereignis das dazugehörige Nachschlagewerk zulegen können.
17. Juli 2008
Der Countdown hat begonnen, in weniger als 30 Tagen wird das sportliche Event diesen Jahres eröffnet. Für die Sportler beginnt nun bald die Zeit des Kofferpackens. Als Unterstützung erhalten alle Aktiven derzeit die offizielle Olympia-Ausstattung. In der Kurmainz-Kaserne in Mainz können die etwa 450 Athleten und über 200 Funktionäre ein Paket mit 70 Teilen in Empfang nehmen.Das rund 3000 Euro teure Bündel enthält alles Nötige für die Zeit in Peking: unter vielem anderen Körperpflegeprodukte und Handtücher, Sonnenbrillen und natürlich auch die Bekleidung für die verschiedensten Anlässe. Lange Trainingsanzüge und kurze Trikots sorgen neben eleganter Garderobe für ein einheitliches Auftreten der deutschen Olympioniken. Damit alles passt, musste im Voraus eine Maßtabelle ausgefüllt werden, nach deren Vorgabe die Kleidung bestellt wurde. Eine Anprobe bei der Ausgabe zeigt, ob die einzelnen Teile optimal sitzen. Ist dies nicht der Fall, legt eine der anwesenden Schneiderinnen ein letztes Mal Hand an.
Rund 50 Aktive kommen täglich in die Kaserne, um ihr Paket abzuholen. Der durchdachten Organisation der Helfer aus den Reihen der Bundeswehr ist es zu verdanken, dass der Ansturm in geordneten Bahnen verläuft und für jede Frage und jede Änderung genügend zeitliche Kapazität zur Verfügung steht.
Insgesamt werden mehr als 100.000 Gegenstände ausgegeben, die alle von Sponsoren des DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) bereitgestellt werden. Für die Sportbekleidung zeichnet sich die Firma Adidas verantwortlich, die Kombinationen der Damen und Anzüge der Herren für die Eröffnungszeremonie entstammen den Kollektionen von Betty Barclay und Bäumler.
Noch bis zum 31. Juli können die Utensilien von den Olympioniken in der Kurmainz-Kaserne entgegengenommen werden.
Ein großer Teil der Utensilien wurde im Austragungsland China hergestellt und eigens für die Olympioniken nach Deutschland eingeflogen. Zusammen mit der Ausrüstung fliegt im August auch die Hoffnung mit nach Peking, dass die Produkte unserer Mannschaft in ihrem Herkunftsland Glück bescheren.
17. Juli 2008